Spam-Schutz: Benutzerindividuelles Training im Vorteil

Globale, regelbasierte Filterlösungen können die Spam-Flut  kurzfristig eindämmen, sind aber auf Dauer nicht so wirkungsvoll

Das tägliche Spam-Aufkommen hat die Zahl der erwünschten E-Mails bei weitem überschritten. Ohne geeignete Maßnahmen gegen Spam ist die E-Mail-Nutzung heute zeitintensiv und nervenaufreibend. Aber selbst mit gängigen zentralen Anti-Spam-Lösungen, die E-Mails regelbasiert filtert, bleiben „saubere“ E-Mail-Postfächer oftmals ein frommer Wunsch. Der Grund: Nicht für jeden Benutzer gelten die gleichen Spam-Regeln.

Spam im Unternehmen hat viele Varianten

Geht es um Spam, sind die Mitarbeiter eines Unternehmens alles andere als eine homogene Benutzergruppe. Ein Mitarbeiter A erhält nicht die gleichen Spam-Mails wie Mitarbeiter B. Sie haben ihre E-Mail-Adressen an verschiedenen Stellen preisgegeben und sind in Mailing-Listen unterschiedlicher Spam-Versender geraten. Ihre Spam-Mails müssen nach jeweils eigenen Regeln gefiltert werden.

Was Spam ist, kann nur der Benutzer entscheiden

Spam-Filter bewerten E-Mails vor allem anhand des Inhalts der Nachricht. Sie suchen nach Schlüsselworten wie zum Beispiel „Viagra“, um Spam-Mails zu klassifizieren. Die Schlüsselworte, die eine E-Mail zu einer Spam-Mail machen, unterscheiden sich aber von Benutzer zu Benutzer. Während der eine mit dem Begriff „Sparkasse“ in seinem Postfach nur Phishing-Mails verbindet, wartet der andere vielleicht auf eine wichtige E-Mail seines Finanzberaters. Blockt der Spam-Filter nun diesen Begriff, entstehen False Positives. Blockt er ihn nicht, leidet die Spam-Erkennungsrate. Auch hier gilt: Effektives Filtern ist nur mit benutzerindividuellen Regeln möglich.

Spam-Filter müssen sich anpassen

Es wird deutlich, dass Spam-Filter ein umfangreiches Regelwerk – möglichst angepasst auf einzelne Benutzer – beherrschen müssen, um gute Erkennungsraten zu erreichen. Hinzu kommt, dass sich diese Regeln stetig ändern müssen. Spam-Versender entwickeln ihre E-Mails konstant weiter, um zu den Empfängern vorzudringen. Ein Spam-Filter muss deshalb in der Lage sein, sich schnell an den eintreffenden Spam anzupassen.

Spam-Analyse: Statistik statt Heuristik

Gängige Anti-Spam-Software setzt eine heuristische Inhaltsanalyse ein. Oft mehrere Hundert Filterregeln werden durchlaufen, um eine E-Mail zu klassifizieren. Das Regelwerk wird vom Softwarehersteller aktualisiert und kann zusätzlich vom Administrator optimiert werden. Eine benutzerindividuelle Anpassung ist teilweise möglich, allerdings für ungeübte Benutzer recht anspruchsvoll. Besser eignet sich hier die statistische Inhaltsanalyse. Diese „lernt“ die Spam-Erkennung automatisch, indem sie alle E-Mails verarbeitet und dabei Kriterien für Spam-Mails eigenständig herausarbeitet. Jeder Benutzer kann seinen Filter trainieren, indem er ihm lediglich anzeigt, wenn E-Mails falsch klassifiziert wurden. So passt sich ein statistischer Filter auch neuen Formen von Spam-Mail treffsicher an.

Fazit: Benutzerindividuelles Spam-Training im Vorteil

Eine zentrale Anti-Spam-Lösung mit einem globalem Regelwerk wird immer hinter einem benutzerindividuellen Spam-Filter zurückbleiben. Außerdem ist selbst ein komplexes, heuristisches Regelwerk nicht so effektiv wie eine statistische Spam-Analyse. Das benutzerspezifische Spam-Training ist die beste Abhilfe gegen Spam, da jeder Benutzer für sich festlegen kann, was Spam-Mails ausmacht und worin sie sich von erwünschten E-Mails unterscheiden.

 

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September 2006, tro:net GmbH

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